Augen schminken: die Anleitung in vier Ebenen, passend zu deiner Augenform

Augen schminken sieht in Videos einfach aus: ein Strich hier, ein Verlauf dort, fertig. Und dann sitzt du vor dem Spiegel und weißt nicht, wo die Farbe hingehört. Dass die meisten Anleitungen mit Bildern arbeiten, hat einen Grund: Du kannst die Platzierung sehen. Doch ein Bild zeigt ein fremdes Auge. Damit es bei dir funktioniert, brauchst du ein System, das sich an dein Auge anpasst. Das hier ist es: vier Ebenen, eine feste Reihenfolge, eine Platzierung nach Augenform.
Das Prinzip: vier Ebenen
Fast jeder Augen-Look besteht aus denselben vier Ebenen. Wenn du sie kennst, kannst du Looks aus Magazinen, Videos und Läden nachbauen.
- Die Basis. Concealer und Puder auf dem Lid. Neutral, hält die Farbe.
- Der Übergang. Ein mittlerer Ton in und über der Lidfalte. Er macht Tiefe und verbindet alles.
- Der Akzent. Der dunkle oder bunte Ton am äußeren Drittel und am Wimpernkranz.
- Das Licht. Ein heller Ton im Innenwinkel und unter der Braue.
Dazu kommen Lidstrich, Tusche und Brauen als Rahmen. Alles andere sind Variationen.
Zuerst: Deine Augenform erkennen
Die Platzierung des Akzents hängt von der Form ab. So findest du sie:
- Mandelaugen: Das Lid ist gleichmäßig, die Lidfalte sichtbar. Alles funktioniert.
- Runde Augen: Der Augapfel ist weit sichtbar. Akzent nach außen ziehen, um das Auge zu strecken.
- Schlupflider: Der Überhang verdeckt die Lidfalte. Farbe höher setzen. Lies dazu Schlupflider schminken.
- Tiefliegende Augen: Das Lid ist kaum sichtbar. Hellere Töne in der Mitte, Dunkles sparsam.
- Monolid: Kein sichtbares Lidfalten-System. Farbe als Verlauf nach oben, fest am Wimpernkranz beginnend.
- Hängende äußere Winkel: Akzent und Lidstrich nach oben ziehen.
Die Augenform-Karte im Kurs ordnet dein Auge ein und zeigt dir, welcher Look zu dir passt. Zum Üben gibt es Face-Charts und Augenform-Übungsblätter, die separat erhältlich sind: Du druckst sie aus, zeichnest die Platzierung ein und wiederholst, bis du sie ohne Hilfe findest.
Schritt für Schritt
Schritt 1: Brauen vorbereiten
Auch wenn die Brauen später kommen, richte sie vorher mit dem Bürstchen aus. Der Abstand zwischen Braue und Lid bestimmt, wie viel Platz du für den Übergang hast.
Schritt 2: Basis
Ein Hauch Concealer auf dem Lid, mattes Puder darüber. Von den Wimpern bis zur Braue. Das ist die Fläche, auf der alles hält.
Schritt 3: Übergang
Nimm einen mittleren, matten Ton, etwas dunkler als deine Haut, mit einem weichen Blendingpinsel. Setze ihn in die Lidfalte und blende in kleinen Bewegungen nach oben aus. Lieber mit wenig starten und aufbauen.
Schritt 4: Akzent
Mit einem flachen Pinsel oder dem Finger den dunkleren Ton am äußeren Drittel auftragen, in einer V-Form. Tupfen statt Streichen. Verblende die Kante zum Übergang.
Schritt 5: Licht
Ein heller, schimmernder Ton auf die Mitte des beweglichen Lids und in den inneren Augenwinkel. Ein matter heller Ton unter dem Brauenbogen.
Schritt 6: Lidstrich
Eine dünne Linie am oberen Wimpernkranz, bei Bedarf mit Flügel. Wie das gelingt, steht in Lidstrich ziehen.
Schritt 7: Tusche und Brauen
Zange, Tusche, Brauen mit Gel nach oben. Fertig.
Farben je nach Augenfarbe
| Augenfarbe | Töne, die strahlen | Töne, die du sparsam einsetzt |
|---|---|---|
| Blau | Kupfer, Pfirsich, warmes Braun | Blautöne in derselben Nuance |
| Grün | Pflaume, Bordeaux, Bronze | Grün auf Grün |
| Braun | Gold, Bronze, Petrol, Violett | Reine Brauntöne ohne Kontrast |
| Grau | Silber, Anthrazit, Weinrot | Pastellgrau |
| Haselnuss | Grün, Violett, Gold | Schwarz in Massen |
Das sind Anhaltspunkte, keine Regeln. Wenn dir ein Ton gefällt, probiere ihn im äußeren Drittel aus. Ein Akzent im Kleinen zeigt dir schnell, ob er dir steht.
Beispiel-Looks nach Augenfarbe, komplett durchgeplant
Damit du nicht nur Regeln, sondern einen fertigen Plan hast, hier drei Looks, die du in genau dieser Reihenfolge nachschminken kannst. Jeder braucht vier Lidschattentöne und zehn Minuten.
Look 1, braune Augen: Bronze und Gold. Basis: Concealer und Puder. Übergang: ein mattes Rehbraun in der Lidfalte. Akzent: ein dunkles Bronze im äußeren V. Licht: Champagnergold auf der Lidmitte, Beige im Innenwinkel. Lidstrich dünn in Dunkelbraun, braune Tusche. Der Look wirkt warm und lässt braune Augen tiefer leuchten.
Look 2, grüne Augen: Pflaume und Rosé. Übergang: ein mattes Mauve. Akzent: Pflaume im äußeren Drittel, mit dem Blendingpinsel sehr weich ausgeblendet. Licht: ein roséfarbener Schimmer auf der Mitte. Der Kontrast zwischen Grün und Violett lässt die Iris klarer erscheinen.
Look 3, blaue Augen: Kupfer und Pfirsich. Übergang: ein mattes Pfirsichbeige. Akzent: Kupfer im äußeren V, Rehbraun am unteren Wimpernkranz. Licht: Champagner. Die warmen Töne sind das Gegenstück zum kühlen Blau und machen es kräftiger.
Notiere die Farben, die dir gefallen, direkt auf einem Face-Chart. So baust du eine eigene Sammlung auf, auf die du bei der nächsten Einladung zurückgreifst, ohne neu zu überlegen.
Wie lange es dauert, bis es sitzt
Realistisch brauchen die meisten zwei bis drei Wochen, bis die Handgriffe ohne Nachdenken laufen. In der ersten Woche zählst du die Schritte noch mit. In der zweiten Woche musst du nur noch bei Unsicherheit nachschlagen. In der dritten Woche schminkst du, während du Radio hörst. Wer täglich zehn Minuten investiert, hat nach einem Monat einen Standardlook, den er blind beherrscht, und zwei, drei Varianten für besondere Anlässe. Das ist keine Kunst, sondern Wiederholung mit einem Plan.
Der Rahmen macht den Look
Viele Looks scheitern nicht an den Lidschattentönen, sondern am Rahmen. Ein ungepflegter Brauenverlauf, eine Wimperntusche, die verklumpt, oder ein Lid ohne Basis zerstört das Bild. Bevor du die Farben wechselst, prüfe diese drei Dinge.
Häufige Fehler
- Zu viel Produkt auf einmal. Baue in Schichten auf.
- Verblenden mit zu viel Druck. Der Pinsel soll gleiten, nicht reiben.
- Dunkel auf dem ganzen Lid. Das macht kleiner.
- Vergessen, die Augen zu öffnen. Kontrolliere mit offenen Augen.
- Farbe ohne Basis. Sie rutscht in die Falte.
Die Technik wiederholen, bis sie sitzt
Der schnellste Weg, Augen schminken zu lernen, ist eine feste Übung. Nimm ein Face-Chart, zeichne die vier Ebenen mit Buntstiften ein, schminke dann denselben Look am echten Auge. Mach ein Foto. Vergleiche mit dem Chart. Wiederhole mit einem zweiten Look. In der Masterclass folgst du dieser Methode für Cut Crease, Soft Glam, Bridal und Smokey Eye. Für den ersten Schritt reichen vier Töne und zehn Minuten. Wie ein Smokey Eye aufgebaut wird, siehst du in der Smokey-Eye-Anleitung, und die Technik für die Falte in der Cut-Crease-Anleitung.
Probiere heute das Minimum: Basis, Übergang, Tusche. Drei Schritte. Du wirst sehen, wie viel offener dein Auge wirkt, wenn es einen Übergang bekommt.